Laternen in Gütersloh: »Schalt’ mich ein und schalt’ mich aus« (»Computerliebe« von »Paso Doble«)

  • Das nächtliche Einschalten der Latüchten sorgt für jährliche Mehrkosten von rund 50.000 Euro

#Gütersloh, 8. Februar 2026

Das #Neue #Deutsche #Welle (#NDW) Duo »#Paso #Doble« sang in den 80ern: »Schalt’ mich ein und schalt’ mich aus. Die Gefühle müssen raus. Ganz egal, was dann passiert. Ich brauch Liebe«.

Das nächtliche Abschalten der #Straßenbeleuchtung in #Gütersloh ist beendet. Der Rat der Stadt hat am Freitagabend beschlossen, die Laternen während der gesamten Dunkelzeit wieder durchgehend eingeschaltet zu lassen. Der Beschluss geht auf einen Antrag der »CDU« zurück und wurde mit knapper Mehrheit angenommen.

Die »CDU« Fraktion begründete ihren Vorstoß damit, dass die ursprünglichen Gründe für die Nachtabschaltung inzwischen entfallen seien. Zudem entspreche die Rückkehr zur dauerhaften Beleuchtung dem vielfach geäußerten Wunsch der Bürger – also ganz nach dem Motto von »Paso Doble«, der Bürgerliebe. Besonders Menschen, die nachts oder in den frühen Morgenstunden unterwegs seien, hätten die Abschaltung als Einschränkung empfunden – teils verbunden mit einem deutlich verschlechterten #Sicherheitsgefühl.

Mehr #Stromverbrauch, höhere #Kosten

Im Vorfeld der Abstimmung hatte es Kritik an unklaren finanziellen Folgen gegeben. Die sogenannten »Bürger für Gütersloh« (BFGT) beantragten daher eine Vertagung. Die Verwaltung konnte jedoch kurzfristig Zahlen liefern: Durch die Wiedereinführung der durchgehenden Beleuchtung würden jährlich rund 630.000 Kilowattstunden mehr Strom benötigt. Daraus ergäben sich Mehrkosten von rund 35.000 Euro.

Da dieses Volumen nicht von der bestehenden Pauschalvereinbarung mit den #Stadtwerken abgedeckt sei, müsse realistisch mit jährlichen Zusatzkosten von rund 50.000 Euro gerechnet werden. Zugleich wies die Verwaltung die #Kritik zurück, sie tue zu wenig für intelligente #Lichtsteuerung. Entsprechende Projekte seien bereits mehrfach in politischen Gremien vorgestellt worden.

Die »CDU« hält die zusätzlichen Ausgaben indes für vertretbar., während die »SPD« davor  warnte, dass diese Summe bei künftigen Diskussionen über Einsparungen im Sozialbereich und Bildungsbereich nicht ausgeblendet werden könne.

Knappe Mehrheit im #Rat

Das Abstimmungsergebnis fiel knapp aus: »CDU«, »FDP« und »AFD« stimmten für den Antrag, »SPD«, »Grüne« und »Linke« dagegen. Die sogenannten »Bürger für Gütersloh« enthielten sich. Mit 26 zu 24 Stimmen wurde der Antrag schließlich angenommen.

Seit März 2025 war die Straßenbeleuchtung werktags zwischen 0 und 4 Uhr abgeschaltet worden. In den Nächten von Freitag auf Samstag sowie Samstag auf Sonntag galt bislang eine verkürzte Abschaltzeit von 3 bis 5 Uhr. Künftig bleiben die Laternen wieder durchgehend an.

#Nachtschichtler begrüßen Entscheidung

Besonders begrüßt wird die Entscheidung von Gütsler, die nachts arbeiten. Zeitungszusteller sind beispielsweise regelmäßig zwischen Mitternacht und 4 Uhr morgens unterwegs. Für sie und viele andere bedeute Dunkelheit keine romantische Ruhephase, sondern ein reales Sicherheitsrisiko.

Mehrfach sei er bereits gestürzt, insbesondere im Winter, berichtet ein Zusteller. Selbst mit Stirnlampe oder Fahrradlampe seien glatte Stellen oder Hindernisse oft schwer zu erkennen. Für Berufsgruppen wie Zusteller, #Pflegekräfte, #Rettungsdienste oder #Reinigungspersonal bedeute die nächtliche Abschaltung vor allem eines: zusätzliche #Gefahr.

Die Debatte um die Straßenbeleuchtung beschäftigt die #Stadtpolitik bereits seit der erstmaligen Einführung der #Nachtabschaltung im Oktober 2022. Und auch nach dem aktuellen Beschluss ist klar: Das Thema wird Gütersloh weiter begleiten. Kaum eine kommunale Maßnahme wurde in den vergangenen Jahren so intensiv und kontrovers diskutiert. »Schalt’ mich ein und schalt’ mich aus« – buchstäblich ein #Leuchtturmprojekt.

#NOW #KWS #ROSA #OWL #GT