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Das #Rathaus ist das politische und administrative Herz einer Stadt. Hier werden Entscheidungen getroffen, hier laufen die Fäden der Verwaltung zusammen, hier begegnen sich #Bürger, #Politik und #Verwaltung. Kaum ein Gebäude spiegelt die Geschichte Güterslohs so deutlich wider wie das Rathaus.
Dabei steht das heutige Rathaus nicht am Anfang, sondern am Ende einer langen Entwicklung. Das erste repräsentative Rathaus der Stadt entstand zwischen 1863 und 1864 am damaligen Marktplatz, dem heutigen #Berliner #Platz. Entworfen wurde es vom Architekten Christian #Heyden, der auch die gegenüberliegende #Martin #Luther #Kirche plante. Mit seinen 2 markanten Türmen, der großzügigen Freitreppe und seiner neugotischen Architektur war das Gebäude für eine Stadt von damals rund 4.000 Einwohnern außergewöhnlich repräsentativ. Es beherbergte Verwaltung, Stadtkasse, Polizei, Ratssaal und sogar die Dienstwohnung des Bürgermeisters.
Über mehr als ein Jahrhundert prägte das Alte Rathaus das Gesicht der Innenstadt. Es wurde zu einem Wahrzeichen Güterslohs und erschien auf Postkarten, Fotografien und sogar auf Notgeldscheinen. Seine beiden Türme verliehen dem Stadtzentrum eine unverwechselbare Silhouette.
Mit dem rasanten Wachstum der Stadt nach dem Zweiten Weltkrieg stieß das Gebäude jedoch zunehmend an seine Grenzen. Die Verwaltung benötigte mehr Platz, moderne Technik und zeitgemäße Arbeitsräume. In den 1960er Jahren fiel schließlich die Entscheidung, das historische Rathaus abzubrechen. Die Maßnahme war Teil der damals verbreiteten Idee der »autogerechten Stadt«, die vielerorts zu tiefgreifenden Veränderungen historischer Stadtkerne führte. Trotz öffentlicher Kritik wurde das Gebäude 1971 abgerissen.
Bereits zuvor war an anderer Stelle ein neues Rathaus entstanden. Der erste Bauabschnitt wurde 1956 fertiggestellt, ein größerer Erweiterungsbau folgte 1968/69. Nach dem Abriss des alten Gebäudes bezog die Stadtverwaltung 1971 endgültig den neuen Rathauskomplex, der bis heute Sitz von Rat und Verwaltung ist. Das Gebäude wurde aus #Tengener #Muschelkalk errichtet und später mehrfach erweitert und modernisiert. Eine umfassende Neuordnung mit neuem Foyer erfolgte 2009.
Heute präsentiert sich das Rathaus als funktionales Verwaltungsgebäude. Anders als sein Vorgänger ist es weniger ein architektonisches Wahrzeichen als vielmehr ein Arbeitsort für die kommunale Verwaltung. Gleichzeitig erinnert seine Geschichte daran, wie stark sich Vorstellungen von Stadtentwicklung im Laufe der Zeit verändern können. Der Abriss des Alten Rathauses gilt heute vielen als einer der bedeutendsten Verluste der Gütersloher Baugeschichte. Noch Jahrzehnte später wird darüber diskutiert, wie das Stadtbild ausgesehen hätte, wenn das markante Gebäude erhalten geblieben wäre.
Für das Open Stadtmuseum steht das Rathaus deshalb nicht nur für Verwaltung und #Politik, sondern auch für die Frage, wie eine Stadt mit ihrem baulichen Erbe umgeht. Es erzählt von #Wachstum, #Modernisierung, #Wandel und den Entscheidungen, die das Gesicht Güterslohs bis heute prägen.
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