#Brands #Kultur #Check: »Die Meistersinger von Nürnberg« im Stadttheater Minden 🔗

#Lippstadt, 26. September 2026

Die #Oper »Die Meistersinger von Nürnberg« war für mich gleich in doppelter Hinsicht eine Premiere. Zum einen waren wir zum 1. Mal im Stadttheater Minden zu Gast und waren vollends entzückt. Was für ein wunderschönes kleines Schmuckkästchen. Hier werden wir sicherlich in den kommenden Wochen und Monaten noch das eine oder andere Mal zu Gast sein.

Zum anderen war dies meine erste Oper und dementsprechend ging ich diesen Abend mit einer gehörigen Portion Respekt an. Natürlich hatte ich schon im Freundeskreis und Kollegenkreis zahlreiche begeisterte Meinungen zu Opernaufführungen gehört. Doch die Aussicht auf eine 6 stündige Veranstaltung nötigte mir dann doch ein wenig Respekt ab.

Apropos #Respekt

Mein höchster Respekt geht an den Richard Wagner Verband Minden, der es geschafft hat, dieses Stück auf die Bühne des Mindener Stadttheaters zu bringen. Wer die Vorgeschichte verfolgt hat und weiß, welche Anstrengungen und wie viel Engagement dahinterstecken, der kann davor nur den Hut ziehen.

Im Vorfeld hatte ich mich schon über die Handlung der heiteren Oper von Richard Wagner informiert, die im 16. Jahrhundert in #Nürnberg spielt.

Die Oper dreht sich in 3 Akten um den Ritter Walther von Stolzing, der Eva, die Tochter des Goldschmieds und Meistersingers Veit Pogner liebt.

Pogner verspricht seine Tochter Eva demjenigen zum Ehemann, der das alljährliche Wettsingen der Meistersinger am Johannistag gewinnt. Walther will unbedingt teilnehmen, kennt aber die strengen traditionellen Regeln der Meistersinger nicht. Sein Probelied fällt bei den Meistern durch.

Nur Schuster Hans Sachs, ebenfalls ein #Meistersinger, erkennt das wahre Talent des jungen Ritters. Sachs hilft Walther, einen neuen Beitrag zum Wettsingen zu dichten, der den Meistersingern schließlich Respekt abverlangt.

Natürlich darf es bei so einer Geschichte auch den Konkurrenten, hier in der Rolle des Sixtus Beckmesser, nicht fehlen, der sich den neuen gedichteten Text aneignet und sich damit jedoch im Wettbewerb auf der Festwiese blamiert.

Regisseur Jakob Peters Messer hat seine eigene Herangehensweise an den historischen Stoff. Seine Umsetzung spielt im Hier und Heute, was bei mir zunächst einmal für Verwirrung sorgte. Denn während der Einleitung der Nordwestdeutschen Philharmonie unter der Leitung vom musikalische Leiter Frank Beermann und dem #Chor »#coruso« betreten Walther von Stolzing (Jussi Myllys), Sachsens Schustergeselle David (Stephen Chambers), Pogners Tochter Eva (Emma McNairy) und Evas Amme Magdalena (Kathrin Göring) in alltäglicher Kleidung die Bühne.

Im Laufe des Abends zeigt sich aber, dass die Kostüme von Angela Schuett sehr genau auf die Rollen zugeschnitten sind und in einem farblichen Spektrum die einzelnen Figuren sehr gut voneinander abgrenzt. Fast unbemerkt von den Zuschauern nehmen sich die Meister die ihren zugewiesenen Halskrausen und historischen Hüte von den auf der Bühne befindlichen Kleiderständern, um dann zum großen Finale in den historischen Gewändern zu erscheinen. 

Die Bühnenausstattung wirkt recht puristisch, erfüllt jedoch ihren Zweck und hat zudem den angenehmen Nebeneffekt, dass dadurch mehr Platz ist für das Spiel der Protagonisten.

Das Ensemble nutzt dabei den gesamten Saal des Stadttheaters aus, und zwar inklusive einer Verfolgungsjagd zwischen David und Beckmesser, die sich über die erste Reihe des ersten Rangs hinweg zieht.

#Bühnenbild, #Licht und #Video von Guido Petzold unterstreichen die Handlung eindrucksvoll. Gerade die Projektionen an die Wände wirken sehr beeindruckend und ziehen die Aufmerksamkeit der Zuschauer auf sich.

Die wohl wichtigste Rolle aus meiner Sicht in dieser Oper ist die des Schustermeisters Hans Sachs, verkörpert von Simon Bailey, der mit klarer und gut verständlicher Stimme in seiner Partie überzeugt. Simon Bailey schafft es dabei der Figur des Hans Sachs die selbstbewusste, mal strenge, mal fürsorgliche aber stets ausgeglichene Rolle des Hans Sachs seinen Stempel aufzudrücken.

Gerade seine gut verständliche #Bassbariton Stimme sorgt dafür, dass es gerade mir als Laien leichtfiel, auch der Geschichte im Detail zu folgen. Das Verstehen der Texte fiel mir nicht bei allen Rollen so leicht.

Der stetige Konkurrenzkampf zwischen Walther von Stolzing und Sixtus Beckmesser wird durch Jussi Myllys in der Rolle des Walthers und Michael Borth in der Rolle des Beckmessers glaubwürdig umgesetzt. Gerade Michael Borth bringt neben seinem Gesang auch durch Gestik und Mimik die humoreske Seite der Oper ins Spiel. Dies tut er jedoch ohne, dass die Rolle des Beckmessers in der Klemme zwischen Selbstbewusstsein und Selbstüberschätzung irgendwie karikiert wirkt.

Eva, die von Sixtus Beckmesser und Walther von Stolzing umworben wird, wird durch Emma McNairy dargestellt, die erst spät wieder ins Geschehen eingreift, dann aber mit einer unfassbaren Bühnenpräsenz und selbstbewussten Auftreten glänzt. Bei ihr und vielen anderen Künstlern und Künstlerinnen im Ensemble ist es die große Kunst, Gestik und Mimik einzusetzen, auch wenn man gerade nicht gesanglich an der Reihe ist. Und dieses Minenspiel zu beobachten, ist wirklich eine große Freude.

Dazu zählen eben auch die übrigen Meister wie Goldschmied Veit Pogner (Christoph Seidl), Kürschner Kunz Vogelgesang (Leon Noel Wepner), Spengler Konrad Nachtigall (Frieder Flesch), Zinngießer Balthasar Zorn (Václav Vallon), Würzkrämer Ulrich Eisslinger (Ilya Silchuk), Schneider Augustin Moser (Steffen Schantz), Seifensieder Hermann Ortel (Mykola Piddubnyk), Strumpfwirker Hans Schwarz (Oscar Marin Reyes) und Kupferschmied Hans Foltz (Maurice Giancarlo Avitabile).

Wenn man ihrem Spiel genau folgt und sie näher studiert, so wird einem bewusst, dass jeder der Meister seine Eigenarten hat, die die Darsteller unglaublich authentisch rüberbringen. Sie bilden den Rahmen des Gesangswettstreits und richten in ihrer Herangehensweise eben auch über das Schicksal von Walther von Stolzing und auch von Sixtus Beckmesser.

Als weiteres Paar agieren Stephen Chambers als David und Kathrin Göring als Magdalene. Beide Rollen sind aber sehr viel mehr als eben nur ein weiteres verliebtes Paar. Gerade Magdalene, Evas Amme hat im Laufe der Geschichte gehörigen Anteil daran, wie sich das Werben um Eva entwickelt. Beide agieren in ihren Rollen souverän und klar. 

Für mich als Opernneuling verging die Zeit an diesem Abend wie im Flug. Das lag zum einen an der Oper an sich, die mir von ihrer Geschichte aus dem Reigen der Wagner Opern am ehesten zusagte, das liegt aber auch an dem Ensemble, dass trotz der schwierigen Gesangspassagen eine immense Spielfreude an den Tag legte und eben auch in der Interaktion untereinander sehr viel Freude versprühte.

Große Teile des Abends verschwindet die Nordwestdeutsche Philharmonie unter der Leitung von Frank Beermann hinter einem leicht transparenten Vorhang. So manches Mal lässt man aber als Zuschauer seinen Blick von der Handlung auf der Bühne abschweifen, um sich dann auf die Musik zu konzentrieren, die mit so einer Dynamik vorgetragen wird, dass es einfach mitreißend ist.

Dazu ist der Einsatz des Chors »coruso« unter der Leitung von Raymond Hughes ein echtes Pfund, das das Ensemble kraftvoll unterstützt.

Alles in allem war es für mich als Opernneuling ein fantastischer Abend in einem Mindener #Stadttheater, das mich auf den ersten Blick begeistert hat. 

Jakob Peters Messer gelingt es, diese Künstlergeschichte rund um den Gesangswettstreit frisch und zeitlos zu erzählen, ohne jedoch das Original zu verleugnen. Dieser Spagat ist ihm hervorragend gelungen. 

Informationen über das weitere Programm im Mindener Stadttheater gibt es online 🔗 …

#NOW #N #KWS #ROSA #OWL #GT #GGC #GOGREENCHALLENGE #VISITGÜTERSLOH #VISITGT #NIEWIEDERISTJETZT #MARIECHENMARKT

NOW WebcardNOW Webcard, mehr …

Stadttheater Minden
Tonhallenstraße 3
32423 Minden
Telefon +49571828390
Telefax +495718283922
E-Mail [email protected]
www.stadttheater-minden.de