Was ist eigentlich aus der guten, alten, gelben Regenjacke geworden?
#Gütersloh, 22. Januar 2026
Es gab einmal eine #Regenjacke, die keine #Missverständnisse zuließ. Sie war #gelb. Nicht modisch gelb, nicht senffarben oder curryfarben, sondern signalgelb. Sie bestand aus #Plastik. Echtem, ehrlichem Plastik. Sie hatte eine #Kapuze, die klapperte, raschelte und alles hörbar machte – außer der Außenwelt. Und sie war absolut wasserdicht. Nicht »wasserabweisend«, nicht »bei leichtem Regen geeignet«, sondern: Regen egal.
Diese Jacken kannte man aus den 70ern. Vielleicht auch noch aus den frühen 80ern. Man trug sie mit #Gummistiefeln, die ihren Namen verdienten, und – wer es richtig machte – mit einem #Südwester. Zusammen ergab das eine komplette Abdichtung gegen #Wind, #Wetter und jede Form von #Eleganz.
Man war trocken. Und man schwitzte. Beides gleichzeitig.
#Regen war damals noch ein #Gegner
Die gelbe Regenjacke war keine #Lifestyle Entscheidung. Sie war eine Notwendigkeit. Sie wurde nicht gekauft, um gut auszusehen, sondern um draußen zu überleben – auf dem Weg zur Schule, beim Angeln, auf dem Campingplatz, im Schrebergarten oder irgendwo an der Küste, wo Regen nicht als romantisches Naturereignis galt, sondern als Dauerzustand.
#Atmungsaktivität? Spielte keine Rolle. Man zog sich halt danach um. Die Jacke versprach nichts, was sie nicht halten konnte. Sie war dicht. Punkt.
Der Geruch von nassem Plastik
Wer sie getragen hat, erinnert sich nicht nur an das Aussehen, sondern an den Geruch. Feuchtes #PVC im #Hausflur. Das #Rascheln beim #Gehen. Die Art, wie sich die Jacke kalt anfühlte, wenn man sie anzog – selbst im #Sommer. Und dieses ganz spezielle Gefühl, unter der Kapuze zu verschwinden, akustisch isoliert, ein bisschen wie in einer eigenen kleinen Wetterkapsel.
Regenkleidung war damals kein modisches Accessoire, sondern ein Zustand. Man war »in Regenjacke«. Das reichte als Beschreibung.
Und dann kam die #Atmungsaktivität
Irgendwann verschwanden sie. Still und leise. Ersetzt durch #Funktionsjacken mit #Membranen, #Zonen, #Layern und Marketingversprechen. Jacken, die alles können sollten: #wasserdicht und atmungsaktiv, #outdoor und #stadttauglich, technisch und schön.
Das Ergebnis ist bekannt: Man bleibt bei Nieselregen halbwegs trocken und fühlt sich dabei gut angezogen. Bei richtigem Regen wird man nass – aber wenigstens stilvoll. Die gelbe Regenjacke hätte das nie akzeptiert.
Gelb war keine Farbe, sondern eine #Haltung
Gelb sagte: Ich weiß, dass es regnet. Ich habe mich darauf eingestellt. Keine Tarnung, kein #Understatement. Regenkleidung musste nicht mit dem urbanen Farbschema harmonieren. Sie sollte gesehen werden – von Autos, von Booten, vom Horizont. Heute ist Regenkleidung grau, beige, oliv. Sie möchte nicht auffallen. Sie möchte dazugehören. Die gelbe Regenjacke wollte nur eins: funktionieren.
Der Südwester hatte recht
Und dann war da noch der Südwester. Formschön war er nie. Aber praktisch. Er hielt Regen aus dem #Gesicht, #Wind aus den #Ohren und #Diskussionen über #Ästhetik aus dem Alltag. Heute existiert er fast nur noch als Karnevalszitat oder ironisches Accessoire. Dabei hatte er etwas, das vielen modernen Kleidungsstücken fehlt: eine eindeutige Aufgabe. Vielleicht ist sie nicht weg – nur ehrlich geblieben.
Interessanterweise taucht die gelbe Regenjacke langsam wieder auf. Bei #Kindern, bei #Fischern, auf Festivals. Und als #Retro #Statement bei Menschen, die sie nie im Alltag tragen mussten. Vielleicht verschwindet solche #Kleidung nie wirklich. Vielleicht zieht sie sich nur zurück, wenn eine Zeit beginnt, in der Funktion verhandelt werden muss, statt selbstverständlich zu sein.
Die gute, alte, gelbe Regenjacke ist nicht verschwunden, weil sie schlecht war. Sie ist verschwunden, weil sie zu ehrlich war. Und weil sie einem nichts vormachte – nicht über das #Wetter und nicht über einen selbst.





























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