Webcard, Branche »Stadtteile«
Katholische Kirche Sankt Konrad in Gütersloh Spexard, erbaut 1972. Foto: »Hagar66«, CC BY SA 3.0, Informationen zu Creative Commons (CC) Lizenzen
#Spexard ist heute der größte #Stadtteil im Süden Güterslohs. Lange bevor neue Wohngebiete, Gewerbeparks und die Autobahn das Bild prägten, war Spexard eine eigenständige Bauerschaft mit Höfen, Feldern und Wäldern. Seine #Geschichte reicht mehr als 900 Jahre zurück.
Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus einer Heberolle des Klosters Herzebrock aus der Zeit um 1088. Damals wurde der Ort als »#Spehtashard« bezeichnet. Aus den verschiedenen historischen Schreibweisen entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte der heutige Name Spexard. #Sprachforscher deuten ihn als »#Spechtswald«. Daher zeigt das Wappen des früheren Dorfes einen Grünspecht.
Über Jahrhunderte gehörte Spexard zum Amt Reckenberg, einer Exklave des Hochstifts #Osnabrück. Immer wieder kam es zu Grenzstreitigkeiten mit den benachbarten Herrschaften #Rheda und #Rietberg. Erst im 16. Jahrhundert wurden die Grenzen endgültig festgelegt. Spexard blieb dabei dem Hochstift Osnabrück zugeordnet.
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts lebten hier nur wenige Hundert Menschen. 1818 zählte Spexard gerade einmal 249 Einwohner. Mit der Zeit wuchs die Bevölkerung stetig. 1888 entstand die Gemeinde Kattenstroth Spexard. Als Kattenstroth 1910 nach #Gütersloh eingemeindet wurde, blieb Spexard als eigenständige Gemeinde bestehen. Erst im Zuge der kommunalen Neugliederung wurde Spexard am 1. Januar 1970 Teil der Stadt Gütersloh. Damals lebten hier rund 4.800 Menschen.
Trotz des starken Wachstums hat sich Spexard bis heute einen Teil seines dörflichen Charakters bewahrt. Viele Vereine, Nachbarschaften und Traditionen prägen das Leben im Stadtteil. Sichtbares Symbol dieser Geschichte ist das Spexarder Bauernhaus. Das Fachwerkgebäude wurde bereits 1536 errichtet und gilt als das älteste erhaltene weltliche Bauwerk Güterslohs. Nachdem es Anfang der 1990er Jahre vor dem Verfall gerettet worden war, wurde es an seinen heutigen Standort versetzt und dient seitdem als Bürger und Begegnungshaus.
Neben seiner historischen Entwicklung ist Spexard auch durch seine Landschaft geprägt. Im Süden des Stadtteils liegt das Naturschutzgebiet Spexard. Die geschützte Fläche erinnert daran, wie die Umgebung vor der modernen Besiedlung ausgesehen haben könnte – mit Feuchtgebieten, Bachläufen und wertvollen Lebensräumen für #Pflanzen und #Tiere.
Heute ist Spexard ein lebendiger Stadtteil mit Wohngebieten, Gewerbe, Sportvereinen, Kirchen und Schulen. Gleichzeitig erinnert vieles an die Zeit, als hier noch Bauernhöfe zwischen Wald und Heide lagen. Der Specht im Wappen erzählt bis heute von diesen Ursprüngen.
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