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Lange bevor Gütersloh vor allem für Haushaltsgeräte, Medien und Logistik bekannt wurde, prägte die #Textilindustrie das wirtschaftliche Leben der Stadt. Zahlreiche #Webereien, #Spinnereien und #Textilbetriebe entstanden im 19. und frühen 20. Jahrhundert. Zu den Unternehmen, die diese Tradition bis heute fortführen, gehört #Niemöller & #Abel.
Das Unternehmen zählt zu den traditionsreichen Herstellern technischer Textilien in Gütersloh. Damit steht es für einen Industriezweig, der einst zu den wichtigsten Wirtschaftsfaktoren der Stadt gehörte, heute jedoch nur noch an wenigen Standorten sichtbar ist.
Von der klassischen Weberei zum Spezialisten
Wie viele Textilunternehmen begann auch Niemöller & Abel mit der Herstellung gewebter Produkte für unterschiedlichste Anwendungen. Im Laufe der Jahrzehnte wandelte sich das Unternehmen von einer klassischen Weberei zu einem Spezialisten für technische Textilien.
Statt Stoffe für Bekleidung stehen heute hochwertige Gewebe für industrielle Anwendungen im Mittelpunkt. Die Produkte kommen unter anderem in Fahrzeugen, Maschinen, technischen Anlagen und vielen weiteren Bereichen zum Einsatz.
Damit gehört Niemöller & Abel zu jener Gruppe ostwestfälischer Unternehmen, die sich durch Spezialisierung und hohe Fertigungsqualität erfolgreich im internationalen Wettbewerb behaupten konnten.
Textilindustrie in Gütersloh
Die Geschichte des Unternehmens erzählt zugleich ein Stück Gütersloher Wirtschaftsgeschichte. Noch vor wenigen Generationen war die Textilindustrie ein bedeutender Arbeitgeber der Stadt. Viele Familien hatten Angehörige, die in Webereien oder verwandten Betrieben arbeiteten.
Mit dem Strukturwandel der Nachkriegszeit verschwanden zahlreiche Unternehmen oder verlagerten ihre Produktion. Die Bedeutung von Medienwirtschaft, Maschinenbau und Dienstleistungen nahm zu. Nur wenige Betriebe der traditionellen Textilbranche konnten sich dauerhaft behaupten.
Niemöller & Abel gehört zu diesen Unternehmen und steht damit stellvertretend für die industrielle Entwicklung Güterslohs.
Technische Textilien – Hightech aus Fäden
Der Begriff »Textil« erinnert viele Menschen zunächst an Kleidung oder Heimtextilien. Moderne technische Gewebe haben damit oft nur noch wenig gemeinsam. Sie müssen besonderen Belastungen standhalten, hitzebeständig, reißfest oder formstabil sein.
Für ihre Herstellung sind präzise Webverfahren und hochwertige Materialien erforderlich. Die Produktion verbindet traditionelles Wissen über Gewebe mit moderner Industrietechnik und Materialtechnik.
So zeigt das Unternehmen beispielhaft, wie sich ein historischer Industriezweig an die Anforderungen des 21. Jahrhunderts angepasst hat.
#Industriegeschichte im #Wandel
Während historische Fabrikschornsteine und große Websäle vielerorts verschwunden sind, lebt die Textiltradition an einigen Standorten weiter. Unternehmen wie Niemöller & Abel machen deutlich, dass industrielle Geschichte nicht nur in Museen existiert, sondern auch in heute noch produzierenden Betrieben.
Sie schlagen eine Brücke zwischen den Anfängen der Gütersloher Industrialisierung und der modernen Hightech Produktion.
Bedeutung für das Open Stadtmuseum
Niemöller & Abel steht exemplarisch für die oft übersehene Textilgeschichte Güterslohs. Gemeinsam mit Unternehmen wie Güth & Wolf erinnert der Betrieb an eine Zeit, in der Webstühle, Spinnereien und Gewebe die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt maßgeblich beeinflussten.
Der Standort zeigt zugleich, wie sich traditionelle Handwerksbetriebe und Industriebetriebe durch Innovation und Spezialisierung bis in die Gegenwart behaupten können.
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